{"id":296,"date":"2022-11-14T14:22:01","date_gmt":"2022-11-14T14:22:01","guid":{"rendered":"http:\/\/phenitus.org\/?p=296"},"modified":"2022-11-14T14:22:01","modified_gmt":"2022-11-14T14:22:01","slug":"vom-wissen-und-sich-vergewissern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/phenitus.org\/?p=296","title":{"rendered":"vom wissen und sich vergewissern"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\">Conceptual Change Theorie <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Conceptual Change Theorie als dem Konstruktivismus nahestehender Ansatz zum Verst\u00e4ndnis der Lehrerrolle im Unterricht geht davon aus, dass der Lehrer die Erweiterung von Erfahrung und Wissen durch den Lernenden erm\u00f6glicht. Diese Theorie stellt in den Mittelpunkt, dass Lernende zu Beginn der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit einem Gegenstand immer schon Pr\u00e4konzepte davon haben, also Alltagsvorstellungen, Vorerfahrungen und spezielle Erkl\u00e4rungen und Vorstellungen, wobei deren Herkunft im Einzelfall nicht zu kl\u00e4ren ist, denn sie sind durch das Mitleben in einer Gesellschaft ebenso entstanden wie durch vorangegangenen Unterricht. So verf\u00fcgen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Grundschule etwa im Bereich der Naturwissenschaften bereits \u00fcber teilweise tief in Alltagserfahrungen verankerte Vorstellungen von Ph\u00e4nomenen und Begriffen, mit denen sie in den Unterricht hineinkommen. Manchmal stimmen diese Vorstellungen mit den zu lernenden naturwissenschaftlichen Inhalten nicht immer \u00fcber ein. Daher sind Lernprozesse oft als tiefgreifender Konzeptwechsel anzulegen. So verstandener Unterricht zielt daher auf die Erg\u00e4nzung bzw. auch Ver\u00e4nderung dieser bei Sch\u00fclerInnen vorhandenen Vorstellungen ab. Die Ber\u00fccksichtigung individueller Ausgangssituationen ist daher von gro\u00dfer Bedeutung, wobei diese bestehenden Konzepte durch die Konfrontation mit dem Neuen im Unterrichtsprozess neu strukturiert werden sollen. Wesentliche Aufgabe des Lehrers ist es daher, Fragen zu provozieren, durchaus auch solche, die der Sch\u00fcler nur unter Anleitung entwickeln kann. Durch diese Hypothesenbildung bzw. didaktische Rekonstruktion entsteht neues Wissen. Ziel der Conceptual Change Theorie besteht in der Ver\u00e4nderung des Wissens aus der Sicht des Lernenden, wobei die mitgebrachten Kenntnisse, die der Lehrer kennen bzw. erheben muss, eine didaktisch zu nutzende Br\u00fccke etwa f\u00fcr den Unterrichtseinstieg darstellen. Damit Lernende bereit sind, sich diesem Prozess der Ver\u00e4nderung zu unterziehen, die neuen Konzepte auch zu akzeptieren, diese auch anzuwenden und in ihr Wissen zu integrieren, gibt es einige wesentliche Rahmenbedingungen: Unzufriedenheit, d.h. die Lernenden m\u00fcssen zuerst erkennen, dass ihre Denkweise ein vorhandenes Problem nicht l\u00f6st. Verst\u00e4ndlichkeit, d. h., das neue Konzept sollte nicht\u00a0 nur einen Sinn ergeben, sondern sollte die Lernenden in die Lage versetzen, das auch anderen erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen. Plausibilit\u00e4t, d.h., die Lernenden sollten in der Lage sein, selbst zu entscheiden, wie sich dieses neue Konzept in ihr Denkweise einf\u00fcgt, und sich an Probleme zu erinnern, bei denen dieses Konzept angewendet werden k\u00f6nnte. Schlie\u00dflich Nutzen, d.h., das neue Konzept sollte mehr als nur das eine exemplarisch vorliegende Problem l\u00f6sen sondern neue Untersuchungsfelder er\u00f6ffnen (Posner et al., 1982). Literatur Jonen, A., M\u00f6ller, K. &amp; Hardy, I. (2003). Lernen als Ver\u00e4nderung von Konzepten \u2013 am Beispiel einer Untersuchung zum naturwissenschaftlichen Lernen in der Grundschule. In D. Cech &amp; H.-J. Schwier (Hrsg.), Lernwege und Aneignungsformen im Sachunterricht (S. 93-108). Bad Heilbrunn: Klinkhardt. Posner, G. J., Strike, K. A., Hewson, P. W. &amp; Gertzog, W. A. (1982). Accommodation of a scientific conception: Toward a theory of conceptual change. Science Education, 66, 211-227. (Stangl, 2022).<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendete Literatur<br>Stangl, W. (2022, 14. November).&nbsp;<a href=\"https:\/\/lexikon.stangl.eu\/15727\/conceptual-change-theorie\"><em>Conceptual Change Theorie \u2013 Online Lexikon f\u00fcr Psychologie und P\u00e4dagogik<\/em><\/a>.<br>https:\/\/lexikon.stangl.eu\/15727\/conceptual-change-theorie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Conceptual Change Theorie Die Conceptual Change Theorie als dem Konstruktivismus nahestehender Ansatz zum Verst\u00e4ndnis der Lehrerrolle im Unterricht geht davon aus, dass der Lehrer die Erweiterung von Erfahrung und Wissen durch den Lernenden erm\u00f6glicht. 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