{"id":386,"date":"2024-11-22T22:29:01","date_gmt":"2024-11-22T22:29:01","guid":{"rendered":"http:\/\/phenitus.org\/?p=386"},"modified":"2024-11-22T22:29:01","modified_gmt":"2024-11-22T22:29:01","slug":"heute-ist-es-bayreuth-wohin-man-gehen-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/phenitus.org\/?p=386","title":{"rendered":"heute ist es bayreuth wohin man gehen mu\u00df"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"575\" src=\"http:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2d710f3c-a0f1-4de0-8e6f-be09c7bffcb3.jpeg-1024x575.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-388\" srcset=\"https:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2d710f3c-a0f1-4de0-8e6f-be09c7bffcb3.jpeg-1024x575.jpeg 1024w, https:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2d710f3c-a0f1-4de0-8e6f-be09c7bffcb3.jpeg-300x169.jpeg 300w, https:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2d710f3c-a0f1-4de0-8e6f-be09c7bffcb3.jpeg-768x432.jpeg 768w, https:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2d710f3c-a0f1-4de0-8e6f-be09c7bffcb3.jpeg.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong><em>Der franz\u00f6sische Philosoph Voltaire schw\u00e4rmte von Franken. In einem nun ver\u00f6ffentlichten Briefwechsel mit Markgr\u00e4fin Wilhelmine, der Initiatorin eines sp\u00e4teren Welterbes, geht es um Hochkultur, Diplomatie und Verdauungsfragen. Welches Kalk\u00fcl dahinter steckte.<\/em><\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Nach seinem Namen nennt man das 18. Jahrhundert auch das \u201eJahrhundert Voltaires\u201c. Am 21.11.1694 geboren, war er mit 32 Jahren bereits ein bekannter Schriftsteller. Sein Drama \u201e\u00d6dipus\u201c und seine Versdichtung, die \u201eHenriade\u201c, machten ihn ber\u00fchmt. Aus seinem Exil \u2013 er wurde zwei Jahre nach England verbannt \u2013 berichtete er in seinen \u201ePhilosophischen Briefen\u201c \u00fcber die dortigen freieren Verh\u00e4ltnisse; zum ersten Mal vernahm man in Frankreich die Stimme der Aufkl\u00e4rung. Zur\u00fcckgekehrt, wurde er zum Wegbereiter von Diderot und D`Alembert, d\u2019Holbach und von H\u00e9lvetius, den Enzyklop\u00e4disten. Er reiste 1750 an den Hof Friedrichs II nach Berlin, denn er hoffte, dort Verb\u00fcndete zu finden. 3 Jahre sp\u00e4ter floh er \u00fcber Gotha, Mannheim, Colmar nach Genf. Sein Roman Candide spiegelt seine Ern\u00fcchterung \u00fcber aufgekl\u00e4rte Monarchen \u00e0 la Friedrich.<\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Drittel seines Lebens f\u00fchrte Voltaire einen z\u00e4hen Kampf gegen die katholische Kirche. Er erreichte die Rehabilitation des am 18.11.1761 zum Tode durch R\u00e4dern verurteilten Jean Calas. Er mobilisierte halb Europa gegen das Todesurteil gegen den Chevalier de la Barre, dessen Verbrechen darin bestand, eine katholische Prozession nicht gegr\u00fc\u00dft zu haben. Ihm ist es zu verdanken, dass sich die Kirche weitere Terrorprozesse nicht mehr erlauben konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>VOLTAIRE IN BAYREUTH<\/p>\n\n\n\n<p>Mehrfach kommt Wilhelmines Bruder Friedrich der Gro\u00dfe zu Besuch nach Bayreuth. 1743 bringt der preu\u00dfische K\u00f6nig auch noch einen ber\u00fchmten Gast mit nach Bayreuth: den Philosophen Voltaire. W\u00e4hrend Friedrich bereits nach kurzer Dauer abreiste, blieb Voltaire mehrere Wochen in Bayreuth, wo er sich offenbar sehr wohl f\u00fchlte: &#8222;Bayreuth ist ein wunderlich stiller Ort. Man kann alle Annehmlichkeiten eines Hofes ohne die Unbequemlichkeiten der gro\u00dfen Welt genie\u00dfen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar mutet die Anzahl der nur 46 \u00fcberlieferten Briefe, die Voltaire und Wilhelmine von 1742\u20131758 austauschen, nicht eben stattlich an verglichen mit den 238 Briefen, die der Aufkl\u00e4rer und Luise-Dorothea von Sachsen-Gotha in fast gleich langer Zeit einander schreiben. Zudem ist die hier vorgelegte Korrespondenz zeitlich sehr ungleich verteilt \u2013 hat es aber in sich: Einen ersten Schwerpunkt bilden die Jahre 1750\u20131752, als es Voltaire nach z\u00e4hem Ringen gelingt, mit dem Marquis d\u2019 Adh\u00e9mar eine ad\u00e4quate Repr\u00e4sentationsfigur nach Bayreuth zu vermitteln. Eine \u00e4hnlich hohe Frequenz zeigt der Briefwechsel 1756\u20131758, also w\u00e4hrend der Anf\u00e4nge des blutigsten Kriegs der Epoche. Da wollen die F\u00fcrstin und der Aufkl\u00e4rer zwischen Preu\u00dfen und Frankreich vermitteln. Doch mit seinem Sieg \u00fcber die Franzosen bei Rossbach im November 1757 macht Friedrich II. als \u00fcberm\u00e4chtiger Spieler im Hintergrund dem Vermittlungsspiel ein Ende. Die Korrespondenz bietet ferner die B\u00fchne f\u00fcr ein h\u00f6chst am\u00fcsantes Rollenspiel, das den Standesunterschied zwischen dem Aufkl\u00e4rer und der Markgr\u00e4fin elegant \u00fcberspielt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bayreuth_-_Schlosskirche_Voltaire-Zitat-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-391\" srcset=\"https:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bayreuth_-_Schlosskirche_Voltaire-Zitat-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bayreuth_-_Schlosskirche_Voltaire-Zitat-300x225.jpg 300w, https:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bayreuth_-_Schlosskirche_Voltaire-Zitat-768x576.jpg 768w, https:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bayreuth_-_Schlosskirche_Voltaire-Zitat-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/phenitus.org\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bayreuth_-_Schlosskirche_Voltaire-Zitat.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach seinem Namen nennt man das 18. Jahrhundert auch das \u201eJahrhundert Voltaires\u201c. Am 21.11.1694 geboren, war er mit 32 Jahren bereits ein bekannter Schriftsteller. Sein Drama \u201e\u00d6dipus\u201c und seine Versdichtung, die \u201eHenriade\u201c, machten ihn ber\u00fchmt. Aus seinem Exil \u2013 er wurde zwei Jahre nach England verbannt \u2013 berichtete er in seinen \u201ePhilosophischen Briefen\u201c \u00fcber die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":394,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-386","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=386"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/386\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":393,"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/386\/revisions\/393"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/phenitus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}